Pfeilzurück

Für mich persönlich war dieser Landdienst eine wertvolle Erfahrung, denn ich habe sehr viel über mich selbst gelernt. 

Paula (17), war 2 Wochen bei Familie Wäfler

Erfahrungsberichte

Am Sonntagabend bin ich angereist und wurde von Nicole (die Bäuerin) und den beiden Mädchen (Anna-Lena und Joelle) im Dorf an der Busstation abgeholt. Als Erstes durfte ich gerade mit ihnen zu Abend essen. Nach dem Essen fragte ich mich, wo ich hier gelandet bin, denn ich war noch nie auf einem Bauernhof mit Schaftierhaltung.

So erkundigte ich den Stall. Aber weit bin ich nicht gekommen, denn Reto (der Bauer) war gerade dabei, die Schafe zu melken. Reto freute es, dass ich an seiner Arbeit Interesse gezeigt hatte. Also beobachtete ich ihn, wie er seine Arbeit machte. Die kleinen Lämmer blökten auch schon kräftig. Das sie zu meiner Hauptaufgabe werden würden, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Nach dem Melken müssen die Schafe auf die Weide. Dort verbringen sie die Nacht. Am Tag bleiben sie im Stall, da sie nicht, wie wir Menschen, schwitzen können und allgemein ein anders Hitzeempfinden haben. An diesem Abend durfte ich die ersten Erfahrungen mit den Schafen machen. Ich kam einmal kurz in den Schafstrom und so viel kann ich sagen, die haben mehr Kraft, als ich erwartet hätte.

Reto lehrte mich, dass ich nur richtig Respekt vor dem Bock haben sollte, da der am meisten Kraft habe. Begleitet haben uns die beiden Border Collies Lif und Mira. Auf dem Hof haben sie noch einen weiteren Hund Luna, welcher aber bereits in Pension gegangen ist und sich nun frei auf dem Hof bewegen darf.

Wie schon erwähnt, war meine Hauptarbeit das Schoppen geben der Lämmer. Ich war aber auch allein für die Hühner auf dem Hof zuständig. Was mir mit der Arbeit mit Tieren klar geworden ist, dass ich Dominanz gegenüber den Tieren zeigen muss. Das war für mich am Anfang sehr schwierig. Jedoch hatte ich noch viele andere kleinere Aufgaben, welche ich nicht jeden Tag machte, wie zum Beispiel Abzäunen. «Zäunen» bedeutet, dass ich die Zäune entweder auf- oder abbauen musste.

Auf die drei Kinder (Anna-Lena, Joelle und Orell) schaute ich auch immer wieder. Das Auszupfen von Blacken, welche die Schafe nicht essen, gehört auch zu meinen Aufgaben. Wenn die Blacken noch nicht so gross waren, dass ich sie auszupfen konnte, musste ich sie mit einem Pestizid bespritzen. Ungefähr alle drei Tage musste ich die Schafboxen einstreuen.

Für mich persönlich war dieser Landdienst eine wertvolle Erfahrung, denn ich habe sehr viel über mich selbst gelernt. Zum Beispiel, wie ich funktioniere, wenn ich körperlich arbeiten muss. Gefühlsmässig durchlebte ich Hoch und Tiefs. Aber ich glaube das gehört zu so einer Erfahrung dazu. Ich habe auf dem Bauernhof ein anderes Leben kennengelernt, als ich gewöhnt bin. Das Leben in der Stadt ist anders. Da haben viele einen Job, bei dem sie ihn erledigt haben, wenn nach Hause gehen… Auf dem Bauernhof jedoch hört die Arbeit mit dem Feierabend nicht auf, denn auf dem Bauernhof gibt es immer etwas zu tun und es könnte jederzeit etwas passieren, was einen erneuten Arbeitseinsatz erfordern könnte.  

Ich finde, es tut jedem gut einmal so eine Erfahrung zu machen, denn dann erfahren wir, wie viel Arbeit hinter dem Essen, welches wir täglich konsumieren, steckt.