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Während meiner Zeit auf dem Hof habe ich einige Dinge zum ersten Mal erlebt. Sei das der Alpaufzug, wilde Tiere im Wald, im Hotpot bei wunderschöner Aussicht am Sonntagabend entspannen, einen Baum fällen, zäunen, heuen und so weiter. Langweilig wurde es mir definitiv nie.

Hana (21), war 3 Wochen bei Familie Hischier 

Meine Erfahrungen

Da ich zwischen Praktikum und Studium-Beginn viel Zeit hatte, in der ich nicht einfach nur rumsitzen wollte, habe ich mich kurzfristig dafür entschieden, mich wieder bei Agriviva für einen Helfereinsatz anzumelden. Ich habe vor 5 Jahren schon einmal zwei Wochen bei einer Familie bei der Kirschenernte ausgeholfen.

Diesmal wollte ich auch mit Tieren arbeiten und ein bisschen aus der Stadt raus. Somit war das Örtchen Oberems im Wallis perfekt. Das Dorf liegt etwas im Hang und man hat bei der Feldarbeit und auf der Alp eine wunderschöne Aussicht auf das Turtmanntal und die Berge dahinter.

Ich bin am Sonntag angekommen, und zwar genau zu einer Zeit, die recht untypisch für die Ortschaft war. Zwei Wochen fast nur Nebel und Regen und sehr wenige Stunden an Sonnenlicht. Es dauerte also ein bisschen, bis ich überhaupt sehen konnte, in was für einer tollen Umgebung ich eigentlich gelandet bin. Das schlechte Wetter war aber auch ein Vorteil. Dann war es beim Arbeiten nicht ganz so heiss, weniger Insekten, die mich bissen und die Abende waren dadurch ebenfalls sehr gemütlich. Die Kinder der Familie, die in meinem Alter waren, konnte ich alle kennenlernen und ich habe mich auch tipptopp mit ihnen verstanden.

Aber auch mit Heike und Markus hat es unglaublich viel Spass gemacht und ich habe mich so wohlgefühlt, dass es auch nichts ausmachte, wenn es mir mal stimmungsmässig nicht so gut ging. Beide waren sehr offen und auch mit den Helferinnen habe ich mich super verstanden. Nach wenigen Tagen verbrachte ich fast keinen Abend mehr allein, entweder blieben wir noch lange im Stall bei einem kleinen Bierchen oder assen noch spätabends z’Nacht oder schauten zusammen fern.

Bei der Arbeit und auch in den Pausen redete ich mit allen über Gott und die Welt, tauschte mich über die aktuellen Situationen aus und lernte auch viel über das Leben im Wallis. Manchmal war ich zwar zu müde, um mich immer am Gespräch zu beteiligen, jedoch war es auch spannend, den zahlreichen Geschichten über das Leben dieser individuellen Leute zu hören. Ich habe in dieser Zeit wirklich viel gelacht.

Ich hatte etwas Angst, dass ich weniger eine Hilfe war und mehr eine Last, wenn man mir vielleicht einige Sachen mehrmals erklären musste, jedoch gewöhnt man sich recht schnell aneinander und nachfragen ist ein Muss. Auch wenn es mir manchmal vorkam, als würde ich mich total dumm anstellen, begriff ich es doch irgendwann und konnte wieder darüber lachen. Zum Glück waren alle geduldig. Drei Wochen waren ideal, denn so konnte ich einige Arbeiten auch schon automatisieren und irgendwann selbstständig erfüllen.

Während meiner Zeit auf dem Hof habe ich einige Dinge zum ersten Mal erlebt. Sei das der Alpaufzug, wilde Tiere im Wald gesehen, im Hotpot bei wunderschöner Aussicht am Sonntagabend entspannen, einen Baum fällen, zäunen, heuen und so weiter. Langweilig wurde es mir definitiv nie. Ich habe die Menschen und die Umgebung sehr ins Herz geschlossen, so dass ich wirklich traurig war, als ich nach diesen extrem schnell vorbeigegangenen drei Wochen wieder nach Hause reiste.

Ich werde die Wanderungen, die Arbeit und die Gespräche nie vergessen und der ganzen Familie wirklich dankbar, dass sie mich so gut aufgenommen haben und auch für den extrem leckeren Käse und Speck, den ich noch mitnehmen durfte! Ich werde auf jeden Fall wieder nach Oberems kommen, um zu wandern oder auch wieder mitzuhelfen, denn Arbeit gibt’s immer. Ich empfehle dieses Erlebnis wirklich jedem!