Mit den Kindern konnte ich mich austoben und sie zauberten mir jeden Tag aufs Neue ein Lächeln ins Gesicht…
Joelle (18), war 2 Wochen bei Familie Farrér

Nach 3h 40min Zugreise in Richtung Mon in Graubünden wurde ich ganz herzlich von der Familie Farrér an der Bushaltestelle empfangen. Ich ging danach mit ihnen durchs Dorf zu ihrem Haus und es gab direkt Mittagessen. Ich konnte also die Familie beim Mittagessen kennenlernen und danach gingen wir auf die Wiesen, wo sie mir ihre Arbeiten zeigten.
Die Familie Farrér hat viele Wiesen, die im Sommer geheut werden müssen, auch die Acker mit Gemüse und Beeren müssen gepflegt werden. Wenn es um das Heuen jeden Nachmittag auf den Wiesen ging, dann waren sofort alle dabei inbegriffen die Grosseltern. Zudem hat die Bauern Familie einige Hühner, Schafe, die den Sommer auf der Alp verbringen und Ziegen. Ich vernahm den Eindruck, dass die Familie sehr unkompliziert und liebevoll mit mir umgehen wird, was sich auch in den nächsten Tagen herausstellte. Der Bauer und die Bäuerin hatten drei Kinder: Die älteste (6) Sarah, der mittlere (3) Micro und die jüngste (1) Victoria. Ich versuchte mit den Kindern eine Beziehung aufzubauen, da ich mit ihnen die nächsten 12 Tage im gleichen Haushalt lebte.
Die ersten 3 Tage waren vergangen und ich hatte meinen Tagesablauf in etwa im Griff: Ich stand um 6:30 Uhr auf und wir machten das Frühstück für die Kinder fertig, wir frühstückten alle gemeinsam und dann machte sich die älteste parat für den Kindergarten, da sie eine eher längere Busreise ins nächste Dorf für sie bevorstand. Danach räumte ich den Tisch ab und hatte dann noch Zeit mich fertig zu machen. Am Vormittag, wenn die älteste im Kindergarten ist, musste ich verschiedenste Aufgaben erledigen, sei es die Kinder zu betreuen oder die Hühner rauszulassen. Wenn die älteste um 12:00 Uhr wieder Zuhause ist gibt es Mittagessen. Nach dem Mittagessen hatte ich noch Zeit für mich, wo ich dann einfach Pause machte. Um ca. 13:30 Uhr gingen wir immer auf die Wiesen und heuten dort. Da die Kinder jeden Nachmittag auf die Wiesen mitkamen, konnte ich, auch wenn ich ausgelastet war, vom Heuen, auf die Kinder schauen. Zum Schluss des Tages assen wir noch Abendessen und danach konnte ich mich zurückziehen während die Eltern die Kinder Bettfertig machten.
Mit den Kindern konnte ich mich austoben und sie zauberten mir jeden Tag aufs Neue ein Lächeln ins Gesicht, sei es, wenn der kleine Mirco wieder Blödsinn anstellt, die jüngste mir in den Armen einschläft oder die älteste jeden Morgen und Abend ihre «Schoggimilch» trinkt und danach ein «Schoggimuul» hat.
Auch mit den Eltern hatte ich eine gute Zeit, da sie mich viel lernten und wir uns oft über Sachen austauschten. Nebenbei sah ich auf den Brienzer Rutsch auf der gegenüberliegenden Seite von Mon der auch oft ein Gesprächsthema bei uns war und wir den ganzen Prozess beobachten konnten. So gingen meine 2 Wochen in Mon mit vielen neuen Erfahrungen und Erlebnissen relativ schnell um.